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  • Heiligenhaus, 24. August 2017
Zunahme der Nachtlandungen – Sorge um Nachtruhe

Fluglärm

Zunahme der Nachtlandungen – Sorge um Nachtruhe
Flugzeug

Da tobt ein fast schon hysterisch zu nennender Streit um Dieselabgase, während nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit der Flugverkehr und damit seine Abgasbelastung der Atmosphäre stetig wachsen. Diese ist auch nicht so unmittelbar wahrnehmbar. Unmittelbar wahr-nehmbar ist aber der Fluglärm, der trotz leiserer Maschinen insgesamt nicht nachgelassen hat und sich zunehmend in der Fläche verbreitet. So ist in Heiligenhaus längst nicht mehr nur der Stadtteil Isenbügel betroffen, sondern auch das übrige Stadtgebiet.
Lärm macht krank - das ist belegt. Für die lärmgeplagten Bürger in den betroffenen Stadtteilen ist daher sehr wichtig, dass ihnen wenigstens eine ausreichende Nachtruhe gewährleistet wird. Darum ist der Normalbetrieb am Flughafen Düsseldorf auf 22 Uhr beschränkt. Landungen sind bis 23 Uhr erlaubt. Doch derzeit werden ungewöhnlich viele Nachtlandungen nach 23 Uhr festgestellt. Dass es dafür plausible Gründe gibt, lässt die betroffenen Bürger auch nicht besser schlafen.
Der neuen schwarz-gelben Landesregierung fällt dazu nicht mehr ein, als der Hinweis auf rechtlich zulässige Ausnahmetatbestände und die Feststellung, Fluglärm sei auch nach 23 Uhr hinzunehmen. Die Stellungnahme des Flughafensprechers: "Wer mobil sein möchte, muss dann auch den Luftverkehr, den er selber nutzt, akzeptieren", klingt in dem Zusammenhang auch nicht gerade beruhigend. Eher danach, dass die Ausnahme zur Regel werden könnte. Solche Äußerungen sind der Boden, auf dem die Furcht der Bürger wächst, mit der vom Flughafen beantragten Kapazitätserweiterung sogar noch weiter steigenden Belastungen ausgesetzt zu werden.
Die Städte rund um den Düsseldorfer Flughafen haben sich daher zusammengeschlossen, um im Genehmigungsverfahren die Interessen ihrer Bürger in Sachen Lärmschutz geltend zu machen. Nur Heiligenhaus beteiligt sich dabei nicht. Ein Fehler. Das würde ich anders handhaben.
Es mag sinnvoll sein, die zweite Landebahn in Düsseldorf tagsüber stärker mit zu nutzen, wenn dadurch Nachtlandungen vermieden werden können. Wichtiger ist aber ein abgestimmtes Flugverkehrskonzept für NRW. Wir sehen, dass Urlaubsreisende bereit sind, für einen billigeren Flug weitere Wege bis nach Weeze oder Frankfurt/Hahn auf sich zu nehmen. Verstärkte Kooperationen könnten daher durchaus eine Alternative sein, um den Düsseldorfer Flughafen zu entlasten. Dies zu managen, ist Aufgabe der Landesregierung. Euer Peter Kramer